Weitere Infos - Unsere Aktivitäten
Zur Exkursion am 10. Juli 2010: Kräuter-, Obst- und Rosenhof Taubertal:
Die Kraft der Rosenblätter Reinhold Schneider bewirtschaftet seit 1986 seinen Kräuter-, Obst- und Rosenhof im Taubertal nach den Richtlinien des Demeter-Verbandes. Auf dem Creg- linger Bio-Betrieb kultiviert er zahlreiche Obstarten, Arzneipflanzen sowie Wild-, Heil- und Duftrosen für Kosmetik, Heil- und Genussmittel.
Die Betriebsschwerpunkte haben sich nach und nach entwickelt. Im Mittelpunkt steht das Ziel, hochwerti- ge und standortgerechte biologisch-dynamische Er- zeugnisse anzubieten und dabei Marktnischen zu nutzen. Um die Kreislaufwirtschaft zu gewährleis- ten, tauscht er mit einem Demeter-Kollegen Futter gegen Kuhmist. Auch bei der Verarbeitung und Ver- marktung seiner Erzeugnisse setzt der Bio-Bauer auf Kooperationen. Zusammen mit einem Winzer und einem Beerenbetrieb entwickelt Reinhold Schneider Verarbeitungsprodukte wie Rosengeist, Rosentrüffel, Rosensaft, Rosenlikör, Rosenfruchtaufstriche und Ro- seneis. Seit den 90er-Jahren verarbeiten verschiede- ne Naturkosmetikhersteller Heilpflanzen aus dem Taubertal wie Ackerschachtelhalm, Steinklee, Brun- nenkresse, Birkenblätter. Die laubduftenden Wildro- sen mit guten Extraktgehalten bilden die Grundlage für das Wildrosen-Gesichtswasser von Weleda.
So finden Sie den Rosenhof in Creglingen: A 6 Heilbronn-Nürnberg, Ausfahrt Kupferzell, über Künzelsau, Niederstetten nach Creglingen A 3 Frankfurt-München, Ausfahrt Heidingsfeld, B 19 bis Bad Mergentheim, dann über die Romantische Straße nach Creglingen A 7 Kassel-Ulm, Ausfahrt Rothenburg ob der Tauber, auf der Romantischen Straße nach Creglingen
Warum Kühe Hörner brauchen Vorträge von Dr. med. Herbert Boneberg, Allgäu und von Ulrich Mück, Demeter-Berater 20.03.2009, 20 Uhr, Rudolf Steiner-Haus Nürnberg
Der Vortragsabend war gut besucht. Herr Troeder stellte im Rahmen seiner Begrüßung und Einführung fest, mit dem gestellten Thema sei ein Imperativ verbunden. Das Phänomen der Enthornung von Kühen sei ein gravierender Eingriff in die gesamte Leiblichkeit und habe in den vergangenen etwa 20 Jahren in erschreckendem Ausmaß zugenommen. Eine solche Enthornung habe Auswirkungen auf den Stoffwechsel und damit auf die Milch-Qualität. Diese Fragen würden von der Öffentlichkeit jedoch kaum wahrgenommen.
1) Am Beginn seines Vortrags dankte Dr. Boneberg für die Einladung und wies darauf hin, seine Hypothese, die aus seinen gemachten Beobachtungen resultiere, könne noch nicht als wissenschaftlich definitiv bestätigt gelten. Er sei praktizierender Allgemeinmediziner in der Nähe von Kempten, arbeite mit Akupunktur, Homöopathie, Milieutherapie und Chirotherapie. Bei der Frage „Wo kommen Krankheiten her?“ sei er auf das Problem der Verträglichkeit von Milcheiweiß, besonders Kuhmilcheiweiß, gestoßen. Immer müsse es darum gehen, nicht nur Symptome einer Krankheit zu bekämpfen, sondern nach deren Wurzeln zu fragen. Ein Therapeut könne aufdecken und Impulse geben, eine Heilung gehe vom Körper selbst aus. Im Rahmen einer Weiterbildungs-Seminarreihe in Würzburg sei die These vertreten worden, Kuhmilch-Eiweiß sei ein krankmachender Faktor und daher zu meiden. Nach eigener Aussage war Kuhmilch für Dr. Boneberg jedoch von Kindheit an ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Über ein einfaches kinesiologisches Testverfahren, bekannt aus der Akupunktur-Ausbildung, wollte er die aufgestellte These widerlegen. Seine Frau diente ihm als Testperson für verschiedene Milchprodukte. Bei diesen Tests musste er jedoch entgegen seiner Vermutung tatsächlich eine Unverträglichkeit feststellen. Gleiche Ergebnisse bekam er bei seinem Sohn als Testperson, der an Neurodermitis litt und mit Akupunktur behandelt wurde ohne die auftretenden Ekzeme dadurch ganz loszuwerden. So kam es in der Familie zur Umstellung auf eine Kost ohne Kuhmilch-Produkte (Hafer-, Reis- und Sojamilch, Schafs- und Ziegenkäse). Die Neurodermitis verschwand. Auch Milchschokolade erwies sich als unverträglich. Dr. Boneberg übertrug seine Erkenntnisse auf Patienten mit Neurodermitis, Asthma und chronischen Infektionskrankheiten. Dabei konnte er erstaunlich schnelle Behandlungserfolge erzielen bis hin zur Beschwerdefreiheit bei Verzicht auf Kuhmilcheiweiß. Patienten brachten selbst Milchprodukte mit in die Praxis, um sich in Verbindung damit testen zu lassen. Viele konnten so überzeugt werden, auf diese Nahrungsmittel zu verzichten.
Eine neue Situation ergab sich jedoch eines Tages, als eine Patientin auf eine im Schraubglas mitgebrachte Milch nicht negativ reagierte. Dieses Testergebnis konnte Dr. Boneberg bei seiner Frau und seinem Sohn wiederholen. Damit betrachtete er seine Theorie von einer Kuhmilcheiweißunverträglichkeit als widerlegt. Aber es stellte sich die Frage: Was war das für eine Milch-Probe? Woher kam sie? Es stellte sich heraus, dass sie von einem Bauern aus Niedersonthofen kam, dessen Milch von Allergikern vertragen wurde. Dr. Boneberg kam die Idee, die Verträglichkeit dieser Milch könne mit den bei den Kühen dieses Bauern noch vorhandenen Hörnern zusammenhängen. Der Arzt überprüfte diese Theorie an Demeter-Milchprodukten, die er in Bio-Läden vorfand, und stellte fest: Diese Produkte erwiesen sich als verträglich. So kam er zu der neuen Hypothese, die Milch von Kühen mit Hörnern sei anders als jene von enthornten Kühen. Im Rahmen einer kleinen Testreihe (Testpersonen waren seine Frau, sein Sohn und zwei Patienten) mit zehn Proben, deren Herkunft er nicht kannte, bestätigte sich diese Hypothese. Nur die Milch von nicht enthornten Kühen erwies sich als verträglich. Die Hörner mussten also Bedeutung haben für die Eiweiß-Produktion im Körper der Kuh. Die Eiweiß-Moleküle von enthornten Kühen mussten verändert sein, unser Immunsystem kann sie offenbar von gewöhnlichen Eiweiß-Molekülen unterscheiden, als Fremdkörper erkennen und eine Gegenreaktion in Gang setzen, bei der das IgA, das sekretolytische Antigen, eine Rolle spielt, das unseren Darm über dessen Schleimhaut (von der Fläche her etwa so groß wie ein Fußballfeld) schützt. Kommt es zu einem Schleimhaut-Defekt, wird der Darm porös und durchlässig für Bakterien, Viren und Toxine (Giftstoffe). Um Fremdstoffe wirksam angreifen zu können, muss der Darm gesund sein, sonst können sie in die Blutbahn gelangen und weitere immunologische Reaktionen auslösen. Folglich treten Allergien als Krankheitssymptome auf, wenn das Abwehrsystem im Darm nicht reibungslos funktioniert. Auch Müdigkeitssymptome können eine Folge sein und auf einen defekten Darm als Ursache hinweisen. Ein antigenes Milcheiweiß wird also als Fremdkörper behandelt und schränkt die notwendige Schutzfunktion des Darms ein. Der Darm ist reaktions- und regenerationsfähig, er soll uns schützen und spielt für unser Immunsystem eine wichtige Rolle. Als Konsequenz ist eine bewusste Ernährung wichtig.
Aus scheinbar praktischen Gründen kam es zu der massenhaften Enthornung, wie sie heute bei Milchkühen seit mindestens 20 Jahren zu finden ist, einem Zeitraum, in dem auch allergische Reaktionen wie Heuschnupfen deutlich zugenommen haben. Eine solche Enthornung scheint aber der Schlüssel für die Kuhmilcheiweißunverträglichkeit zu sein. Auch chemisch, durch einen Kristallisations-Test, kann die Milch von Kühen mit oder ohne Hörnern unterschieden werden. Offenbar gibt es einen Zusammenhang der Hörner mit dem Gehirn, wie auch tödliche Absturz-Unfälle enthornter Kühe in den Alpen nahelegen. Über die Verträglichkeit von Milch genetisch hornloser Rassen (z. B. Angus-Rinder) gibt es dagegen noch keine Erfahrungswerte.
Milchzucker-Unverträglichkeit beruht auf einem Enzym-Mangel (Laktase-Mangel). Butter ist dagegen fast milcheiweißfrei. Hier spielt die Herkunft der Milch offenbar keine so entscheidende Rolle. Offenbar muss der Anteil von Milch nichtenthornter Kühe in einem Produkt über 90% liegen, damit es vertragen wird. Bei Demeter-Produkten ist ein Anteil von 3% Milch enthornter Kühe möglich, etwa von Bauern in der Umstellungsphase auf Demeter-Bewirtschaftung. Auch bei Käse hat sich erwiesen, dass jener aus Milch nicht enthornter Kühe besser lager- und veredelungsfähig ist. Leider werden auch im Bereich der Almwirtschaft immer mehr Kühe enthornt. Naheliegenderweise sei dies vor allem bei (oft subventionierter) Laufstall-Haltung der Fall, weniger bei traditioneller Anbinde-Haltung. Dabei wird auch übersehen, dass die Hörner auch für die Einstufung einer Kuh in die Rangordnung einer Herde von Bedeutung ist.
2) Herr Mück wies zu Beginn seines (durch einige mitgebrachte Tierschädel veranschaulichten) Vortrags auf das besondere, tiefgründige, Respekt gebietende Wesen der Kuh hin, die ja auch in manchen Religionen als heiliges Tier gelte. Sie sei als Wiederkäuer verwandt oder vergleichbar mit anderen, ebenfalls horn- oder geweihtragenden und wiederkäuenden Tieren wie Kudu, Damhirsch, Gams, Reh, Elch, Antilope und Springbock, die in der Zoologie als Stirnwaffenträger eingeordnet würden. Bei Gemsen z. B. könne man jedoch nicht von effektiven, im Lauf der Evolution gut ausgebildeten Waffen sprechen. Wegen ihrer starken Knochenbildung im Stirnbein-Bereich müsse man die „Stirnwaffenträger“ vielmehr als Stirnbeiträger mit Stirnfortsätzen bezeichnen. Kämpfen würden sie nicht mit ihren Hörnern, sondern mit ihren Stirnbeinen, also Knochenplatten des Schädels Die Hörner seien eine Hilfe, dass die Tiere beim Aneinanderstoßen mit Artgenossen nicht abrutschen und sich nicht verletzen. Kälbchen, so erklärte Herr Mück, kämen ohne Hörner zur Welt, jedoch mit Hornknospen, die sich stärker auszuprägen begännen, sobald das Kälbchen abgestillt sei und Heu fresse. Bei Wiederkäuern gebe es eine lebenslange Notwendigkeit der Knochenbildung im Schädel. Man müsse jedoch zwei Gruppen unterscheiden, Horn- und Geweihträger. Hornträger strahlten eine große Ruhe aus, während bei Geweihträgern oft Nervosität zu beobachten sei. Geweihe würden jährlich abgeworfen und erneuerten sich, was augenscheinlich als Vergeudung von Energie betrachtet werden könnte, jedoch einen wichtigen Sinn haben müsse. Gewaltige innere Kräfte machten die Knochenbildung im Kopfbereich notwendig. Auch der Stoffwechsel verbinde die Wiederkäuer. Diese hätten ein gegliedertes Verdauungssystem mit vier Mägen. Bei Kühen könne das gesamte Verdauungssystem (einschließlich Darm) einen Inhalt von etwa 250 Litern fassen, also fast das halbe Gewicht einer Kuh. Das Horn, innen hohl, habe eine Verbindung zum Stoffwechsel, zur Verdauung. Kräfte stiegen auf zum Kopf und würden an den Hörnern wieder zurückgeworfen. Am Ende der Hornknospe befinde sich Lederhaut, diese wachse um die Knochenzapfen (unter dem Horn) und bilde nach außen das Horn und nach innen den Knochen, was eine Besonderheit darstelle. Die Lederhaut schiebe sich eng zwischen Knochenzapfen und Horn, das Horn fühle sich warm an und sei gut durchblutet, wie auch die Stirnplatte. Die Kuh habe eine stark durchhöhlte Stirnplatte. So könne Methan aus der Abluft wieder eingeatmet werden und dem Tier eine Rückmeldung über den Verdauungsprozess geben. Das starke Wachstumsbedürfnis führe am Kopfende zu einem Kräftestau. Bei enthornten Kühen könne das Wachstum nicht auf die Hörner ausstrahlen, so dass sich stattdessen der Schädel krümme und am Stirnbeinende eine Beule entstehe („Eierkopf“ statt dreieckiger Kopfform). Wenn die Hornknospe dem Kalb in einem übrigens auch sehr schmerzhaften Prozess weggeätzt oder weggebrannt worden sei, werde die Bildekraft der Kuh nicht mehr durch die Hörner gesteuert, sondern werde zu einem Deformationsprozess. Dr. Bert Wendel, Demeter-Verbraucher Nürnberg
|